Sexuell übertragbare Infektionen: Prävention

Nur sexuell aktive Menschen können (auf sexuellem Weg) in Kontakt mit HIV und/oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen kommen. Der wirksamste Schutz vor STI ist demnach sexuelle Abstinenz. Gegenseitig absolut treue und dauerhaft monogame Beziehungen sind auch sicher, wenn beide Partner beim Eingehen der Beziehung frei von STI waren. Für den Fall, dass ein Partner doch nicht treu bleiben kann sind im Voraus vereinbarte Regeln wichtig, sonst wird eine STI im Paar fast sicher weitergegeben.

Für alle anderen sexuell aktiven Menschen, die ihre Sexualität in nicht monogamer Beziehung, oder in aufeinander folgenden Beziehungen leben, besteht ein gewisses Risiko, in Kontakt mit (einem) Menschen zu kommen, der Träger einer (oder mehrerer) STI ist. Das individuelle Risiko ist von Art und Ort der sexuellen Begegnung, von der Anzahl sexueller Kontakte und von der Anzahl verschiedener Partner abhängig.

Diese Personen sollten

1. sich gegen diejenigen STI impfen lassen, gegen welche ein Impfstoff verfügbar ist und von der EKIF empfohlen ist (Hepatitis A und B, HPV)

2. die Regeln des Safer Sex (1. Eindringen (vaginal, anal) immer mit Präservativ, 2. Kein Sperma, kein Blut in den Mund) konsequent befolgen.

Safer Sex schützt sehr gut gegen HIV. Safer Sex reduziert aber auch die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer anderen (leichter übertragbaren) STI anzustecken. Der Schutz ist aber weniger effizient. Insbesondere beim Oralverkehr und/oder bei oralem-analem Kontakt werden STI relativ leicht übertragen. Die Verwendung von Präservativen bzw. „dental dams" oder „Haushaltfolie" verbessert den Schutz von Safer Sex. International gemachte Erfahrung und Studien zeigen aber, dass „strengere" Safer Sex Regeln schlechter akzeptiert werden und deshalb vermehrt HIV-Infektionen auftreten.

Sexuell aktive Personen sollten deshalb darauf achten, ob sie bei sich Symptome einer Ansteckung mit einer STI beobachten: Schmerzen im Genitalbereich, Hautrötungen, juckende Veränderungen der Haut, Ausfluss aus Penis, Scheide und/oder Anus, Schmerzen (brennen) beim Wasserlösen, aber auch Schmerzen am Gaumen/im Hals nach Oralverkehr oder grippeartige Symptome (HIV). Bei Auftreten solcher Symptome einige Tage bis wenige Wochen nach einer sexuellen Begegnung sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Die meisten Symptome verschwinden nach einigen Tagen von selbst, die Infektion im Körper bleibt aber bestehen, schreitet fort und die Person bleibt ansteckend. Spätfolgen unbehandelter STI (Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien) sind gravierend: Unfruchtbarkeit ist eine häufige Folge.

Die dritte Safer Sex Regel für die Schweiz lautet deshalb: Bei Symptomen/Schmerzen im Genitalbereich sofort zum Arzt! Insbesondere homosexuelle Männer mit über 10 Partnern pro Jahr sollten sich auch ohne Symptome mindestens einmal jährlich auf HIV und andere STI untersuchen lassen, am besten bei einem checkpoint. Dies gilt auch für heterosexuelle Personen mit vielen verschiedenen PartnerInnen.

Rechtzeitig diagnostizierte STI sind in der Regel einfach behandelbar. Wichtig ist, alle sexuellen Partner zu informieren, damit auch sie sich zum Test und allenfalls zur Behandlung begeben können. Der Arzt, die Beratungsperson kann dabei helfen.

Quelle Bundesamt für Gesundheit (BAG)