Cholera

Erreger und Übertragung

Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Diese Bakterien bilden im Darm ein Gift (Choleratoxin), das Durchfall auslöst und zu grossem Flüssigkeitsverlust führen kann. Zur Ansteckung kommt es meistens durch die Einnahme von Trinkwasser, das mit Fäkalien oder Erbrochenem von erkrankten Personen verschmutzt ist oder auch durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel. Vor allem Reisende können sich Cholera-Infektionen in warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards zuziehen.

Krankheitsbild

 Wegen der sehr kurzen Inkubationszeit von nur 1-3 Tagen kann es sein, dass die Cholera Reisende in medizinisch schlecht versorgten Gefahrengebieten überrascht. Die meisten (ca. 85 %) Cholera-Infektionen verlaufen milde, viele auch ganz ohne Symptome. In schweren Fällen kommt es zu wässrigen Durchfällen mit starkem Flüssigkeitsverlust, manchmal begleitet von Erbrechen. Unbehandelt können Flüssigkeits- und Salzverlust in Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen und in schweren Fällen bis zum Schock und Tod führen. Durch sofortige Zufuhr von Flüssigkeit und Salz kann die Sterblichkeit auf unter 1 % gesenkt werden. Rasches Handeln ist vor allem bei Säuglingen und älteren Menschen geboten.

Verbreitung und Häufigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete im Jahr 2005 in insgesamt 52 Ländern rund 130'000 Fälle. Darunter befanden sich 2300 Todesfälle. Cholera kommt vor allem in Afrika, Südamerika und Südostasien vor. Dem Bundesamt für Gesundheit wird durchschnittlich nur ein Fall pro Jahr gemeldet.

Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich der Cholera relativ einfach durch die altbekannte Reiseregel "cook it,  peel it or forget it" (Koch es, schäl es oder vergiss es): Das bedeutet, in Gebieten, in denen die Cholera verbreitet ist, nur abgekochtes oder chemisch behandeltes Wasser verwenden (auch zum Zähneputzen), nur gut gekochte Speisen essen, Früchte selber schälen, auf Eiswürfel verzichten und regelmässig die Hände waschen. Eine Impfung bietet nur beschränkten Schutz. Es empfiehlt sich, für den Notfall orale Rehydratationssalze (in der Apotheke erhältlich) mitzunehmen. 

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)